Kältemittel R22 Ausstieg

Titelbild zum Beitrag "Kältemittel R22 Ausstieg"

Klimawechsel - Wissenswertes rund um den R22-Ausstieg

In den letzten Jahren wurden einige Gesetze für den Erhalt unserer Umwelt für zukünftige Generationen auf den Weg gebracht. Der Verkaufsstop der Glühbirne als auch die Feinstaubplakette sind jedem bekannt. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist der Ausstieg des Kältemittels R22.

Nach DIN EN 378-1 Abs. 3.7.1 ist das Kältemittel definiert als Fluid, das zur Wärmeübertragung in einer Kälteanlage eingesetzt wird, und das bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme aufnimmt und bei höherer Temperatur und höherem Druck Wärme abgibt, wobei üblicherweise Zustandsänderungen des Fluids erfolgen. bzw. nach DIN 8960 Abs. 3.1 als Arbeitsmedium, das in einem Kältemaschinenprozess bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme aufnimmt und bei höherer Temperatur und höherem Druck Wärme abgibt. Da das Kältemittel als H-FCKW erheblich zum Treibhauseffekt beiträgt, sieht der Gesetzgeber auch hier ein Verbot vor (F-Gase-Verordnung). Das Kältemittel R22 in Reinform ist bereits verboten.

Der R22-Ausstieg in drei Stufen

  • 2000:
    Produktionsstop von Klimageräten mit R22 als Kältemittel
  • 2010:
    Bei auftretenden Leckagen im Kältekreislauf darf nur noch recyceltes oder aufbereitetes Kältemittel R22 nachgefüllt werden.
  • 2015:
    Der Einsatz von recyceltem oder aufbereitetem Kältemittel R22 ist nicht mehr zulässig. Bei einem notwendigen Eingriff in den Kältemittelkreislauf erlischt die Betriebserlaubnis für das Klimasystem.
Bild zum R22-Ausstieg in drei Stufen von Klimaberatung Rolf Nagel

Austausch eines vorhandenen R22-Systems

Nicht nur unsere Ozon-Schicht profitiert von dem Wechsel, es gibt noch eine Reihe weiterer guter Gründe. Mit dem Austausch des vorhandenen R22-Systems spart man auf Dauer bares Geld (wiederaufbereitetes R22 kostet über 100,00 € pro Kilogramm), sowie Zeit und Kosten die durch Reparaturen entstehen und trägt einen Teil zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Die Industrie hält einiges an sogenannten Drop-In Kältemitteln, beispielsweise R 422D, bereit. Diese können oftmals in bestehende Systeme eingefüllt werden. Allerdings funktioniert dies nicht immer problemlos, da es dabei zu Unverträglichkeiten sowie Leistungsveränderungen kommen kann. Eine bessere, allerdings auch kostenintensivere Lösung ist die Verwendung eines aktuellen zugelassenen Kältemittels und die damit verbundene Umstellung des gesamten Systems.

Im Vorfeld einer Umstellung sollten unter anderem folgenden Punkte beachtet werden:

  • Bauteilprüfung (Welche Leistung haben Verdichter, Verflüssiger etc.)
  • Ölverträglichkeit
  • Einsatzbereiche
  • Leistungsklasse (hier können Veränderungen auftreten)
  • Anwendungsfall (Tiefkühlung, Normalkühlung etc.)
  • Eignung von Druckregelungen
Sollte es nach Klärung der genannten Punkte zur Systemumstellung kommen, wird das alte Kältemittel fachgerecht in Recyclingflaschen abgesaugt und beim Hersteller entsorgt. Anschließend sollte eine generelle Druckprobe der Anlage erfolgen um Undichtigkeiten auszuschließen, eventuell sind Kältemittelverluste sogar bereits bekannt. Die Dichtungen verschiedener Bauteile der Klimageräte sollten zwingend erneuert werden, da es im Nachhinein zu Undichtigkeiten kommen wird (Magnetventile und Wellenabdichtungen). Des Weiteren ist es erforderlich die Rohrleitungen der Klimaanlage durchzuspülen sowie die Einstellungen der Druckschalter zu überprüfen. Eventuell müssen Manometer, Trockner und Schauglas getauscht werden. Der Einbau eines neuen Expansionsventils ist zwingend notwendig, damit es dem neuen Kältemittel entspricht. Abschließend wird eine komplette Inbetriebnahme wie bei einer Neuanlage durchgeführt, dazu zählt eine ausgiebige Funktionsprüfung. Sie erhalten im Anschluss ein Inbetriebnahmeprotokoll.
Sollte die Anlage zu alt oder Bauteile ungeeignet sein kommt man um einen Austausch der Anlage gegen eine Neuanlage oder zumindest einzelner Komponenten nicht herum. Durch einen Austausch verbessert sich die Energieeffizienz oftmals erheblich und die Ausfallsicherheit steigt bedeutend an. Unter Umständen können die vorhanden Verbindungsleitung für die Neuanlage verwendet werden, dies muss individuell geprüft werden.
Wir informieren Sie gerne über die Voraussetzungen, die Ihr Klimasystem erfüllen müsste um eine schnelle und reibungslose Umstellung vorzunehmen. Für einen Beratungstermin stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.
In dem hier zur Verfügung gestellten PDF erhalten Sie alles Wissenswerte was Sie zum Thema R22-Ausstieg wissen sollten.

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